Leseprobe Erstes Kapitel / 2010 Was ist passiert? - Ich stehe an der Leitplanke der Autobahn. Es schneit und stürmt. Ich friere. Neben mir steht ein Mann, der sich als Polizist auf dem Weg zur Arbeit vorgestellt hat. Ich suche mein Auto und finde es rückwärts gegen die Leitplanke der Standspur gepresst: kaputt! Ein weiteres Fahrzeug schliddert direkt in meinen Opel Corsa hinein. Eine junge Frau, wie ich, auf dem Weg zur Arbeit, steigt aus und kommt auf uns zu ... So, ich spule den Film zurück: Es ist Samstagmorgen. Ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Es schneit ununter- brochen. Mein Arbeitgeber, eine Fußwegreinigungsfirma, bietet unter anderem die Dienstleistung Winter- dienst an. Ich habe heute Dienst im Büro. Also ab ins Auto und über die BAB nach Frankfurt. Der Neuschnee sorgt für Chaos auf sämtlichen Straßen. Überall sind die Räum- und Streudienste überfordert, das Streusalzgemisch ist knapp. Rechts und links ziehen Lkws an mir vorbei. Ich fühle mich unwohl und behalte ängstlich die Laster im Auge, von denen mir einige gefährlich nahekommen. Als ich die Spur zu wechseln versuche, werde ich durch eingeschränkte Sicht aufgrund des dichten Schneetreibens daran gehindert. Ich versuche es erneut, gerate ins Schlingern - und ab diesem Moment existiert nur noch ein Riss in meiner Erinnerung. Zwei Wochen waren vergangen und mir ging es gesundheitlich immer schlechter. Ich versalzte unser Essen oder mir rutschte der Pfeffer aus, ohne dass ich es bemerkte. Ständig ließ ich etwas fallen oder verletzte mich bei der Hausarbeit, ohne etwas zu spüren. Ich war nur oft erstaunt, dass sich das Brot oder die Küchen- arbeitsplatte rot färbte. Ein stiller Beobachter hätte vielleicht gedacht, dass ich die richtige Wurf- und Kehr- technik für einen Polterabend einübe, denn ständig glitt mir unwillkürlich etwas aus der Hand und es fiel mir zunehmend schwerer, die einfachsten Dinge zu erledigen. Mein Schwindel nahm zu und ich kämpfte ständig damit, das Gleichgewicht zu halten - bums, schon wieder saß ich auf dem Po.  Weiterlesen  Zurück
Ungalahli Ithemba Gib die Hoffnung nicht auf